25 April 2019 - „60 Jahre Josel-Trio“

60 Jahre Josel-Trio 60 Jahre Josel-Trio
Donnerstag, 25 April 2019, Beginn 20 Uhr In der alten Klosterschule (VS) 

Als Pendler zwischen den Genres Klassik und Jazz haben die Josel-Brüder Furore gemacht, was auch Leonhard Bernstein Kommentierte. 2019 feiern Rudi (80) und Manfred (75) Geburtstag „on stage“ und geben am 25. April ein Festkonzert in der alten Klosterschule in Gamlitz.

Danke Rudi, dass du gekommen bist, guten Abend Philharmoniker“, so begrüßte Leonhard Bernstein 1966 bei aufnahmen zur Verdi-Oper „Falstaff“ die Musiker. Und Karl Böhm grantelte, wenn am Pult der 1. Posaune eine Vertretung statt Josel saß. Dass der Philharmoniker nebenher auch noch als Jazzposaunist Erfolg hatte, wurde von den Philharmonischen Kollegen nicht besonders goutiert. Da half die Absolution eines großen Meisters: Als Rudi Josel mit den Wiener Philharmonikern Mahlers 3. Symphonie spielte und beim Posaunensolo brillierte, kommentierte Leonard Bernstein das wie folgt: „Du spielst das so schön, weil du auch Jazz-Balladen schön spielen kannst“. Die Musik war Rudi und Manfred in die Wiege gelegt. Der Vater war Blasorchesterdirigent und Komponist. Aus dem Krieg trug er der Mutter streng auf, die Buben in den Musikunterricht zu schicken. Rudi begann mit Klavier, Cello und Posaune. Manfred lernte Klavier und Klarinette. Schon in jungen Jahren verdienten sich die Brüder Geld durch Auftritte – etwa in der „Triumph Bar“. Rudi hatte inzwischen eine Stelle im Grazer Philharmonischen Orchester, dem er von 1957-1964 angehörte. Manfred wurde alsbald auch ein Mitglied des Philharmonischen Orchesters Graz und zwar als Schlagzeuger.

1960 gründete Rudi sein Josel-Trio, am Bass Toni Bärnthaler. Schon 1962 beim Österreichischen Amateur-Jazz-Festival erreichte es den ersten Platz und nahm im gleichen Jahr auch erfolgreich am Frankfurter Jazzfestival teil. Manfred blieb vier Jahre „Grazer Philharmoniker“, gehörte 1965 der philharmonischen Bühnenmusik der Wiener Staatsoper an, um sich schließlich gänzlich dem Jazz und der Unterhaltungsmusik zuzuwenden. Unter anderem war er in dieser Zeit mit Udo Jürgens auf Tournee. Im selben Jahr erhielt er eine Stelle als Lehrbeauftragter für Jazz-Schlagzeug am neuen Jazz-Institut der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, wo er 1985 auch ordentlicher Professor wurde. Auch unser Kultur-Organisator in Gamlitz, Franz Schober wurde von Prof. Manfred Josel am Schlagzeug ausgebildet. Rudi Josel war 1964 – 2000 erster Soloposaunist der Wiener Philharmoniker.

1994 wurde er als ordentlicher Professor für Posaune an die Universität für Musik und darstellende Kunst berufen, wo er 2007 in Pension ging. Obwohl Rudi Josel sehr viele Auslandstourneen, Schallplattenaufnahmen und Konzertauftritte zu absolvieren hatte, lebte das „Josel-Trio“ weiter. Es machte beiden Josel`s unbändige Freude, miteinander zu musizieren. Nach dem Ausscheiden von Toni Bärnthaler engagierte man ab 1986 den Bassisten Klaus Melem, der heute auch so etwas wie das kollektive Gedächtnis des Trios ist und für eine schöne Geburtstags-Party „on stage“ verantwortlich zeichnet. Franz Schober, als Kulturorganisator, hat durch seine Freundschaft mit den Josel-Brüdern und Klaus Melem im Rahmen des Gamlitzer Kulturgenussreigens die Initiative ergriffen, und das historische Gipfeltreffen der Jazz-Legenden als einen der Höhepunkte des heurigen Programms initiiert. Der 80er von Rudi Josel, der 75er von Manfred Josel und der 60er des „Josel-Trios“ wird am 25. April 2019 in der alten Klosterschule in Gamlitz gefeiert.

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